Deutschland hat viele fremdländische Ärzte, Pfleger und Therapeuten, die einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung leisten. Doch wie kommunizieren sie mit den deutschen Kollegen und Patienten? Welche kulturellen Unterschiede und Sprachbarrieren müssen sie überwinden? Und wie kann ihre interkulturelle Kompetenz und Integration gefördert werden?
Die aktuelle Situation
Ende 2019 waren rund 51.000 ausländische Ärzte und 15 Prozent der Beschäftigten in der Pflege nichtdeutscher Herkunft. Sie sind vor allem aus Rumänien, Syrien, Griechenland, Polen, Osteuropa, Asien und Afrika nach Deutschland gekommen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und bessere Arbeitsbedingungen zu finden.
Herausforderungen
Die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, wie sprachliche Barrieren und kulturelle Differenzen. Diese können die Kommunikation und die Zusammenarbeit behindern, wenn sie nicht erkannt und angegangen werden. Beispiele für solche kulturellen Differenzen sind die unterschiedlichen Erwartungen an die Arzt-Patienten-Beziehung, die verschiedenen Umgangsformen und Höflichkeitsregeln, die divergierenden Einstellungen zu Zeit, Autorität, Hierarchie, Individualismus oder Kollektivismus, die unterschiedlichen Werte bezüglich Gesundheit, Krankheit, Heilung oder Sterben oder die unterschiedlichen religiösen oder ethischen Überzeugungen. Einwanderer, die Englisch bereits als zweite Landessprache beherrschen, wie zum Beispiel aus Kenia oder Indien, haben es leichter, sich in Deutschland einzuleben, weil sie bei anfänglichen Sprachschwierigkeiten stets ins Englisch ausweichen können. Immigranten, deren Muttersprache nicht Englisch ist, wie zum Beispiel aus Vietnam oder Brasilien, stehen diesbezüglich vor größeren Herausforderungen und neigen dazu, sich in ihrer eigenen Gemeinschaft zurückzuziehen.
Chancen
Trotz der Herausforderungen bietet die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland viele Chancen, wie die interkulturelle Kompetenz und die kulturelle Vielfalt. Als interkulturelle Kompetenz bezeichnet man die Fähigkeit, sich effektiv und angemessen in interkulturellen Situationen zu verhalten und zu kommunizieren. Sie kann sowohl von den ausländischen Fachkräften als auch von den deutschen Kollegen und Patienten erlernt und entwickelt werden, indem sie sich gegenseitig informieren, austauschen, unterstützen und voneinander lernen. Die kulturelle Vielfalt ist eine Quelle der Innovation, der Kreativität, der Problemlösung und der Verbesserung, wenn sie anerkannt, geschätzt und genutzt wird. Letztendlich kann sie nicht nur die Kommunikation und die Zusammenarbeit bereichern, sondern auch die Leistungsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit des Gesundheitswesens steigern.
Nur Mut!
Die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland ist eine Realität, die das Gesundheitswesen in Deutschland prägt und verändert. Die Kommunikation zwischen den ausländischen Mitarbeitern und den deutschen Kollegen und Patienten ist eine zentrale Herausforderung, aber auch eine große Chance, die das Gesundheitswesen verbessern und bereichern kann. Um die kulturellen Unterschiede und Sprachbarrieren zu überwinden, ist es wichtig, die interkulturelle Kompetenz zu fördern und die kulturelle Vielfalt zu nutzen. Dies erfordert eine positive Einstellung, eine offene Kommunikation, eine gegenseitige Anerkennung und eine kontinuierliche Lernbereitschaft. Nur so kann das Gesundheitswesen in Deutschland von der Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland profitieren und eine qualitativ hochwertige, patientenorientierte und kultursensible Versorgung gewährleisten.


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